| Baubericht - Baubericht - Teil 3 |
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Hier ist nun der dritte und letzte Teil mit dem Finish der in den ersten beiden Teilen beschriebenen und zusammengebauten Gitarrenteile. Nach dem Entfernen des Hosengummis als letztem Schritt des Zusammenbaus werden zunächst Decke und Boden bündig zur Zarge abgefräst. Danach wird alles fein geputzt und schön geschliffen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn nach dem Anbringen der Randleisten würde schleifen und putzen zu Lasten der Randleistendicke gehen, was nicht erwünscht ist. Deswegen wird’s in diesem Schritt so weit gemacht, dass die Gitarre eigentlich lackier bzw. polierfertig ist. Und weil das so sauviel Arbeit ist, gibt’s keine Fotos davon – die wären auch recht langweilig… Interessanter ist das Ergebnis der Fräsungen für die Randleisten und Zierspäne:
![]() …und man kann den Deckenklötzchen ein letztes „Hallo“ sagen…
So, nun geht’s weiter mit dem Anleimen der vorher gebogenen Randleisten und Zierspäne, wobei ich die Zierspäne nur an der Taille vorgebogen habe, die anderen Biegungen verkraften sie auch ohne Biegeeisen. Ich habe die Ränder am Boden mit einem Klebeband fixiert, so wie das z.B. Voigt in seinen Kursen lehrt. An der Decke habe ich mit der alten Wickel-Methode auf Empfehlung von Andi Kirschner gearbeitet. Bislang hatte ich immer die Klebebeband-Methode gewählt, aber mit den nun gemachten Erfahrungen werde ich nur noch wickeln! Das ist wesentlich relaxter und hält 1000mal besser, was für die Statik entscheidend ist. Vom Klang ganz zu schweigen, doch dazu später mehr.
![]() Nach dem Trocknen heisst es nun, die Ränder bündig zu arbeiten. Das geht grob mit dem Hobel und fein mit der Zierklinge. Schleifpapier ist hier total tabu, weil die hellen Bereiche der Zierspäne sonst mit dem Staub des Palisanders versaut werden und das geht nie mehr raus… Nach dem Bündigarbeiten steht nun noch mal der letzte Putz ins Haus. Sämtliche Leimreste und Unebenheiten müssen beseitigt werden, da der Schellack im nächsten Schritt wie eine Lupe alle Fehler 1000fach vergrössert!
Dabei heisst es, bloss nirgends abrutschen, weil ab jetzt Fehler nicht mehr korrigierbar sind. Die Decke ist schon auf Endstärke und jede Delle wird zur Katastrophe! Dafür geht es jetzt los mit Abkleben der späteren Leimflächen fürs Griffbrett und für den Steg:
Und Aufbringen der ersten Grundpolitur, die darin besteht, mit geringsten Mengen an Schellack und Bimsmehl die Poren des Holzes zu schliessen. Hier sieht man die teilweise noch offenen Poren recht gut:
Dann ging’s zur „Anprobe“ des Griffbretts auf die fast fertig polierte Gitarre. Dabei ist ein lückenloses Aufliegen des Griffbretts, die absolute Parallelität zur Ebene der Decke und eine letzte Möglichkeit zur Korrektur des Halswinkels zu beachten. Dafür muss man sich Zeit nehmen, weil das der letzte Schritt ist und es lohnt sich, da genau zu sein!
Wenn alles passt, kann aufgeleimt werden. Wie auf dem Foto zu sehen ist, habe ich das Griffbrett recht dünn gemacht und eine Zwischenschicht aus Cedro untergeleimt. Damit ist das Griffbrett auf der Decke erhöht, was das Spiel in den höchsten Lagen erleichtert und es wirkt dennoch nicht wie ein Balken, sondern liegt optisch leicht und fast filigran auf:
![]() Hier sieht man noch mal schön das Farbspiel des Cocobollo an den Zargen:
![]() Danach wird die Position des Steges genauestens vermessen, wobei ich zur Mensurlänge ca. 1,5mm Ausgleich dazugebe, die benötigt werden, wenn die Saiten in den hohen Lagen nach unten gedrückt werden. Würde man genau 650mm nehmen, würde die Gitarre nur in den Flagoletts bundrein klingen, nicht aber in den normal gespielten Lagen. Vor lauter Nachmessen und Feinjustieren habe ich die Fotos des Stegleimens vergessen, aber das ist reichlich unspektakulär…
Und hier sind nun die Fotos des Endergebnisses:
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